Der Tod Einer Bäuerin
22/5/2007 · Kategori: Eigene Gedichte
Ein Strohkörnchen mein Leben
im Auge der Zeit
kleiner Staubstrudel
ein zerrissener Rocksaum
so wehte ich
wie trockener Wind
auf Wegen der Einöde einsam
in den Strassen eines Dorfes so arm
kein anderes Leben wissend
unablässig, plätschernd
so floss ich nun von ihr
wie Regen
wer weiss was es noch gab
hinter den Bergen
wie ein Atemzug
meine Beine so dürr
sind auch meine Arme geworden so lebte ich
in Häusern nur von Armut geprägt
gehe ich nun
ähnlich wie der Wind
doch liebte ich das Lachen
wie eine Regenpfütze
den Anlitz vom Mond liebt
ein Ast im Sommerwind
seine Blätter weht
so liebte ich trotz Armut und dem Schmerz
das Spielen ansich
meine Vorbestimmung eine Erdscholle
aus Luftziegeln die Erde
in Regengüssen
geschmolzen bin ich
mein Leben
mein Leben
eine Trauerode vom Moder
in Trauerschrei meine Kinder
ein Lied singend
versöhnen sich die Nachbarn vom Groll
schauen sich an
die Verwandten
traurig und betrübt
im Rad der Zeit
wird zur Staub
der trockener Kraut
hinterblieben von Kehricht
erlöschen werden die Erinnerungen
von meinem Leben
ein Abend im August
meine Vermählung mit meinem Gemahl
ohne Hochzeit
wird das Küchengeschirr vergessen
meine alten Hände
die sie gestellt hatten ins Regal
wird sie mich vermissen
die Rebe vor meiner Tür
dem ich Wasser gab
wenn sie wieder blüht im Frühjahr
niewieder wird fallen mein Anschein
in den Brunnen aus dem ich jahrelang Wasser zog
geht nun euch soll die Welt gehören
ihr
die ihn so finster gemacht haben
nur von kommen und gehen
ist das Leben
ich nur bescheiden sie lebte
nehmt sie als Andenken für euch
und als Forderung von mir
Adnan Durmaz
Aus dem Türkischen: Deniz Ercivan

