Die Liebe wie eine Quecke
21/4/2007 · Kategori: Eigene Gedichte
Ah Steppen...
von alldem Vergessenen
die Heimat
seine Kälte wie Dolch
wie Blut der August
die Sultane von Staubstrudeln
und von Schneestürmen
zur Tode verlassen worden
von der Muttererde
das Leben hinter den Bergen
wie Peitschenhiebe
gewiss hinter den Bergen
da gäbe es noch etwas
glaubst du
doch wächst dort
nur das Nichts
Wangen wie Erdgefälle
das Lächeln geflickt
auf das Gesicht
Ah Steppen
die Schmerzen von einer Wund
so zerstreut sich das Leben
wie gesäte Getreidewurzeln
so verwelkt
das ist Leben so glaubst du
doch ist die Liebe eine Gemeine Quecke
alle Tragsatteln damit gefüllt
und nach sieben Jahren
zerreißt sich dann deren Häute
erblühen die Quecken
so hartnäckig
mit neuem Lebensmut
Adnan Durmaz
Aus dem Türkischen: Deniz Ercivan

