Meine Einsamkeit Und Der Mond
29/4/2007 · Kategori: Eigene Gedichte
Meine Einsamkeit ein Korsar ohne Schiff
Mache deine Träume zu einem Floß
Suche ein Land auf dem Meere
Meine Einsamkeit,
meine Liebe,
mein Henker
lasse mich in die Tiefen deiner Meere
Das Herz nur noch Unterschlumpf
für Fledermäuse
bedeutungslos das Dröhnen
untief sind alle Höhlen
die Nacht zerrissen vor Sehnsucht
doch sehe die Ritze lässt
keine Nadelspitze durch
Lila Moire im Buch der Wellen
Wie ein Trog auf einer Wüste
Ist das Umherirren vom Warten
und der Versuch zu segeln
ohne Wind
und das Lächeln vom Mond
eine Wunde
so schmerzhaft
Wie Wüstenmeer
Wie im Jenseits
Zu leben in Einsamkeit
so ist die Zeit
von deinem splitternackten Leib
nur das Echo ist geblieben Sand
so schreie doch!
schreie Wind!
fort sind die kühnen Pferde
Das Geschrei aus jenen Zeiten
prallte Schaum für Schaum
vom Stein in die Leere
so gehe nicht!
warte auf mich!
gehe nicht!
so klang ich
ich klang
nur die Augen des Mondes
sah mein Klang
sonst erreichte er nirgends
Meine Einsamkeit
Mein sich verspätender Regen
verwelkt ist meine Geduld
mein Warten
So regne mich
auf die öden Gewässer,
auf das Echo
der aus dem Sand dröhnt
lasse hinabhängen von deinem Leib
Regne mich auf die Kinder
die am Rande
mit Glasperlen handeln
auf ihre Augen wie aus Perlen
regne mich
auf die Alten
die Märchen erzählen
von den Meeren
dem Fischer
auf sein glückliches Lachen auf der Heimreise
dem Schall von Hafenarbeitern,
den Sternen
und unbedingt den Wellen
So regne mich Einsamkeit
vielleicht haben ja die Gewässer
den Schweiß
der Geliebten berührt
die Träume des Mondes
verführt vom Lumpengesindel
unvollständig war das Blaue,
zerrissen die Wolke,
bevor ich kam
und gekränkt das Herz vom Mond
so schwerfällig die Nacht
auf fernen Inseln
doch zündeten sie das Feuer von Leidenschaft
betrunken waren sie die Matrosen
als auf Ozeane die Meeres Feen
tanzen ließen
wie tote Möwen war die Zeit
auf dem Wasser
so schmollte der Morgen,
erbrachen die Wolken
und kein Schimmer von Sternen
umhüllten deine Augen
und das Wasser nicht ausgebreitet
in keinem Flussbett
und keine Schreibfeder herbstlich
hattest du dazu getan
doch war gegangen
das riesengroße Lila von dir
Meine Einsamkeit
Mein Albatros ohne Heimat
Ausweglos ist der Himmel
und ohne Rückengrat
verdampft deine Wolken
verwundet dein Geschrei
Und deine Wege krümmten sich vor Sehnsucht
ohne jeglichen Klang deiner Plagen bist du nun
wo ist der Klang geblieben?
Ist es in der Wolke
Oder im Wasser?
bin einsam
bin allein
mein Rücken mit allen Zeiten beladen
deshalb war es mir nicht möglich
etwas von hier
auf die andere Seite zu tragen
die Nacht lässt kein Licht durchsickern
das Warten
zerfetzte alle Segel
Und die Spinnen
webten ihre Netze
an die Pfeiler
und auf dem Schiffsdeck
verschlossen alle Horizonte
sündhaft
tranken ein paar Götter im Speicher
mein Rufen
gehe nicht
warte auf mich
gehe nicht
und in den Händen
nur noch das Leere
blieb mir erhalten
Wo und wann beginnt
eigentlich der Mensch
zu schmollen
erst in den Augen
oder was verstimmt
die Laune
in seinem Gesicht?
Am Ende erbrach ich mein Herz
ins Wasser auf seinem Gesicht
der Mond sah mich
er war Zeuge
meine Hand erhob ich
nahm ihn ganzleibig
so biss ich in sein Fleisch
biss so heftig
Mein Mund, mein Gesicht
funkelten
nur noch Licht
für Verrückt
für Verrückt
erklärte mich die ganze Menschheit
am Ende der Nacht,
vor dem Tagesanbruch
war der Moment
ich musste nur noch schmunzeln
in jenem Moment
Adnan Durmaz
Aus dem Türkischen: Deniz Ercivan

