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    Kleiner Stern

    3/12/2006 · Kategorie: Eigene Gedichte

                                                                          Foto: Adnan Durmaz

     

     

     

    Mein kleiner trauriger Stern

    keine Häuser haben wir gebaut aus Sand

    keine Träume errichteten wir zusammen

    und nicht weinen

    sollten wir jetzt

    weil wir es

    nicht getan haben

     

    bleib du nur immer dort...

    in diesem zauberhaften Blau

    so unendlich weit

    so geheimnisvoll

     

    hier in meiner öden Stille

    im inneren so tief

    lasse uns nur unsere Liebe

    die Wellen sollen sie nicht wegspülen

    und der Wind sie nicht wegwehen

     

    Adnan Durmaz

     

    Aus dem Türkischen: Deniz Ercivan

    Der Reiter

    2/12/2006 · Kategorie: Eigene Kunst

    Ezo

    1/12/2006 · Kategorie: Eigene Gedichte

    Der verrückten Rasse entstammte ich
    die zu den Sternen redet
    mein Lieben seit Tausenden von Jahren
    wie eine Blume vom Abhang
    bin gekommen um dich zu suchen
    in den Straßen
    auf der ganzen Welt
    bin von all deinem Regen
    nass geworden
    an alle Schmerzen lehnte ich mich
    für dich
    die Augen flossen in Leid
    weinten Kummer
    mein einzig Wahres Ezo
    meine einzige Glut
    warst du

     

    alle Gärten des Frühlings wüst
    alle Winde dürr
    und dein Feuer nicht zu löschen
    mit keinem Wasser
    und das Leben
    ein armer Bettler ist es
    wenn nicht deine Haare wehen
    deine Füße betreten
    die Wüste meiner Betrübnisse
    und das Dasein
    wie Einöde
    umgeben nur von Kummer 
    mein Weinen  nur noch Nazim
    das Winseln mein Ezo,
    das Winseln
    bin ich

     

    in Kämpfe ging ich
    begab mich tödlich in Grausamkeiten
    in Gewahrsam auf deinen Wegen
    und auf allen Bergen im Feuer
    wie Gazellen
    sich dem Wasser nahten
    wie Gazellen
    verdurstet
    so trug ich das Herzen zu dir

    tausende von Blütenarten und Beete
    ließ ich wachsen
    an meiner Kluft
    nur an deine Hoffnung hielt ich fest
    wie an verbotene Bücher
    wie an der Dissidenten Lieder
    trug die Sehnsucht wie ein Brandmal
    immer in deinen Abgrund
    aber du warst nicht da
    nicht da Ezo

     

    Völker gingen mit dunkeln Schicksalen
    von meiner aschgrauen Erde
    eine Trauerode,
    ein Klagelied hinterlassend 
    auf verbrannten Steinen
    suchte ich nach Nachrichten
    von dir

    Kämpfe ausgelebt hab ich
    und Feuer floss nur durch meine Adern
    an den Galgen
    an den Galgen brachte man mich Ezo
    für alle Zeiten bin ich nun geknickt

    klammerte mich fest an dich in Gräueltaten
    gegen Seuchen
    gegen Kargheit
    in Hungersnot

    das Gesicht von Morgendämmerungen
    mit Blut gewaschen
    sie kennen mich gut
    niederschmetternd schlug ich
    auf den Boden
    als Verlierer lag ich dort
    aber du
    du warst nicht da Ezo

     

    der verrückten Rasse entstammte ich
    die zu den Vögeln redet
    versteinert in allen Straßen dieser Erde
    von allen Meeren ein vertriebener Korsar
    ein Bandit auf allen Bergen
    dem das Herz brennt
    auf meinem Rücken
    die ganze Geschichte von Niederlagen
    wie Mecnun
    wie Mecnun
    wie Ferhad
    suchte ich nach dir
    du warst nicht da
    warst nicht da Ezo

     

    das Wasser hatte die Felsen
    um das es wogte
    Lieder komponierten sie
    beim Umhüllen der Steine
    die Winde  flüsterten Liebe
    in die Unendlichkeit
    und berührten die Zweige grün
    die Wüsten häuften Dünen wie Sicheln
    Flussbetten brausten vor Liebe
    zerteilten sich mehrmals in Mäandern
    und mein Geschrei brannte vor Sehsucht
    aber du warst nicht da Ezo

     

    von allen Toten bin ich auferstanden
    und weiß
    die Zeit vor Christi
    kann nicht neu geschrieben werden
    und dass das Universum so dunkel ist
    weil ich so blind bin ohne dich

    welche Kluft von Herzen
    hast du mit Liebe ertränkt
    mit dir wurden beim Gehen
    die Ozeane gefüllt
    und die Wolken
    wurden von dir hinterlassen
    oder ist dein Schicksal
    später geboren zu werden

     

    Durch giftgrüne Täler ritt ich
    mit babyblauen Pferden
    in den Armen nur Schmerzen
    die Sonne barst an meiner Stirn 
    am Abgrund deiner Einsamkeit
    allen Kämpfen ausgesetzt
    wurde ich umhüllt von Dämonen
    Banditen schlugen sich in meinem Herzen
    wie Feuer von Rebellionen
    brannte Sehnsucht    
    und meine Geschichte
    nur mit Blut gezeichnet
    für alle Zeiten
    für alle Zeiten
    hatte  man den Richterspruch für mich: schuldig 
    und du warst nicht da Ezo

     

    ich kam auf diese Erde
    um geprüft zu werden mit Feuer
    mein Schicksal

    ein liebender Salamander zu sein
    die Grausamkeiten
    die Fesseln
    das Brennen
    das alles sei Liebe
    Liebe dachte ich

    nur eine Hoffnung
    sollst du sein Ezo
    nur eine Hoffnung
    viele
    viele Tode
    werde ich noch sterben
    und auferstehen
    immer wieder
    zu dir


    Adnan Durmaz

     

    Aus dem Türkischen: Deniz Ercivan

    Der Mozaikvogel

    30/11/2006 · Kategorie: Eigene Kunst

    Das Lied vom Feuer

    29/11/2006 · Kategorie: Eigene Gedichte

     

     

    Keine Verse können ausdrücken
    das Leid von den Müttern
    deren Söhne umgebracht wurden
    und bei Tagesanbruch
    unter den Stiefeln  des Henkers
    die Rosen zertreten
    so kann der Mond nicht säubern
    die Finsternis von Grausamkeiten
    in den Nächten

    Welches Wort kann auch
    den Herzschmerz jenes Soldaten
    der kein Arm mehr hat ausdrücken
    sich nicht anlehnen die Abende
    wie ein Traum
    von den verbrannten Gesichtern der Kinder

    Die Todesmaschinerie rund um die Uhr tätig
    die Geschäfte der Waffenschiebern
    haben Hochkonjunktur
    O wehe, Menschenrechte
    o wehe, Kreaturen
    o wehe Bosnien!
    Für alle Zeiten wurdest du erwürgt
    wie ein Berg im Zentrum der Erde 

    Der Ausdruck von Tod in deinem Gesicht 
    nur noch sinnlos das Leben
    und dem Zugrunderichten von Menschen
    sahen sie schamlos zu
    die Plädoyers vom Frieden
    dieser kultivierten Vampire
    doch sahen sie nichts
    sahen nichts!

    Häuser wurden verbrannt
    die dem Abend mit Freude entgegentraten
    Was war die Schuld von Häusern
    von Frühstücksecken,
    von Bildern, die an der Wand hingen?
    Welche Schuld hatten die Puppen?
    Verbrannt wurden sie
    die Mädchen in ihren eigenen Träumen
    und die Mütter ließen sie brennen
    im Feuer vor Sehnsucht nach ihren Kinder
    Hatten sie nicht auch Mütter
    und keine Puppen?
    Und hatten sie noch keine Hand
    aufs Herz gelegt,
    um zu spüren
    was sie Glück nannten?
    Hatten sie das nicht? 

    Trauerode stieg von allen Straßen
    der Erde empor
    Millionen ausgebeutet
    bis auf ihre Seelen
    Wasser und Brot gossen sie aus ihren Augen
    weinten damit Bosnien lebe!
    Damit lebe Bosnien!

    Von Satelliten aus konnten sie beobachten
    die Weinfelder, die Ölfelder dieser Erde
    doch den Gestank der Toten
    der bis zum Himmel reichte
    und ihr Geschrei
    das die Erde erschütterte
    das hörten sie nicht!
    Sie hörten nichts!

    Verliebte schlenderten Abends
    auf der Mostarbrücke
    der Himmel
    ein dunkelblaues Lied
    der Mond zerschleißte
    wie aus einem Märchenbuch
    umhüllt mit Tüll
    und die Liebe blau
    die Sterne mal rosa, mal gelb
    so lebendig der Fluss mit Rosen bedeckt

    Der wievielte Sturz von Rom ist es
    auf der Brücke von Mostar
    die wievielte Okkupation Jerusalems
    die Hölle  Srebrenica´s
    und du Sloban Milosevic
    du Menschenschlachter!
    Du Bastard,
    der wievielte Hitler bist du?

    Und gekreuzigt wurde
    Spartakus dort aufs Neue
    Alle  Tränen missbraucht 
    Nesimi die Haut abgezogen
    Mein Bedreddin
    erhängt an einem Baum
    Zum wievielten Male
    wurden die leeren Wörter
    von Friedensvermittlern
    in den Dreck gezerrt?

    Und die Guten aus den Märchen
    die Festungsmauern vom Sternhimmel
    die Feldblumen vom müden Leben
    sich erholten am Abhang
    und die Heiligengräber von damals
    ermordet wurden sie alle dort

    Von den zerrissenen Brüsten der Mütter
    tropft nun ihre Milch auf die Erde
    und von den ermordeten Kindern
    aus ihren leeren Augenhöhlen
    bluten ihre Mütter

    Nun Mutter
    kannst mir nicht mehr deine Hand geben
    denn ich habe keine Hand mehr
    Ich werde nie wieder aus Freude
    durch die Straßen rennen können
    denn abgerissen ist mein Bein
    und zerfallen sind die Straßen

    Eine Stimme hatte ich
    als die Schrapnellen mein Lächeln trafen
    mein Aufschrei zusammen
    mit allen Stimmen der Kinder
    prallte auf das Gesicht der Menschheit
    und wie meine eigene Murmel
    sah sie aus
    die Kugel
    die mich traf Mutter
    wie meine eigene Murmel.
    Und als nur noch verbranntes Fleisch
    und zersplittertes Gebein
    vom Himmel regnete
    war die Menschheit blind und taub
    Sie hörte nichts, sie schaute weg!

    Geblieben ist nur mein Geschrei
    Urteil wird gesprochen
    im Gewissen der Geschichte
    Doch sie sollten die Tränen aufsammeln
    die an jeder Ecke der Erde geweint werden
    und danach sollten sie sie trinken!

    Und du Dichter,
    der du in Versen geschrieben hast
    mit Goldstaub für den Zorn,
    für die Kritik und für das Leben an sich
    Alles wird nicht ausreichen am Ende
    eine Völkervernichtung in Massen
    Und dein Leid wird sich nicht zum Aufstand entwickeln
    dein Stift sich nicht in die Herz bohren
    Vielmehr schreib deine Zeilen mit Feuer!

    Immer mehr Vampire werden in den Straßen heulen
    und andere Bosnien werden bluten
    die Menschheit nur noch Grausamkeiten atmen
    Aber die Kinder werden euch Menschen fragen
    Sie werden euch fragen:
    Warum ist so wenig Freude auf Erden
    und warum gibt es massenhaft Henker?

    Nun kannst nicht mehr meine Hände halten
    Mutter,
    denn ich habe keine Hände mehr …

    Adnan Durmaz

    Aus dem Türkischen von Deniz Ercivan

    Über Mich

    28/11/2006 · Kategorie: Uber Mich

     

     

    Über mein Leben
    von Adnan Durmaz

    Mein Leben

    Warum sollte meine Lebensgeschichte wichtig sein? Welches Leben könnte man auch auf einer Seite erzählen? Global gesehen ist die Geschichte von jedem einzelnen etwas kleiner als ein Staubkörnchen, größer jedoch als eine Seite.

    Der Mensch hat viele Fenster in seinem Herzen; die er öffnet, um es mit Licht zu füllen oder aber auch um nach außen Licht auszustrahlen. So wisse: wer ein Dichter ist, ist überall zuhause und doch nirgends wirklich zugehörig. Denn nur der Mensch ist seine Heimat! Ist nicht das Schreiben oder Malen alleine schon ein Abenteuer oder eine Entdeckung für sich?

    Manchmal suchst du in den Ritzen von Steppen, wo du geboren wurdest mit Mühe und Not nach Schönheiten. Manchmal aber auch in den Meereswogen, in die du dich erst mit 30 Jahren verliebt hast.

    Dann gibt es Tage, da wirst du zu einem Brunnen - egal wie trocken auch die Steppen sind. Wiederum gibt es Tage, wo du zu einem Leuchtturm auf einer unbewohnten Insel mit Moos wirst, den kein Schiff mehr begeht. Auch mal ein Wandervogel, der im unendlichen Horizont nicht seinen Platz findet.

    Deine Einsamkeit - deine Freuden und deine Sehnsucht sind nicht erklärbar. Aber das Schöne: wenn sie nicht wirklich in Deinem Inneren existiert so wisse: dann lohnt sich auch das Suchen danach nicht!

              Übersetzung aus dem Türkischen von Deniz Ercivan

     

     

    Veröffentlichte Bücher:
    Ateş Çiçeği, 2003 Epos (ART Yayınevi, Ankara)
    Bilirsin Aşkta Serseri, 2003 Gedichte (ART Yayınevi,Ankara)
    Ben Gidersem Ay Sen/deler, 2000 Gedichte
    Yarın Yeniden, 1996 Gedichte (Gerçek Sanat Yayınları,İstanbul)
    Fısıltılarla da Olsa Söyle, 1990 Gedichte (Saypa Yayınevi,Ankara)

     

     

     

     

     

     

     

    Tulpen

    28/11/2006 · Kategorie: Fotografien Blumen

                                                                                                         Adnan Durmaz

     

     

     

     

     

     

     

    Stiefmütterchen

    28/11/2006 · Kategorie: Fotografien Blumen

                                                                                                          Adnan Durmaz

     

     

     

     

     

    Emmicim

    28/11/2006 · Kategorie: Eigene Kunst

    Häuser aus Sand I, II, III, IV

    28/11/2006 · Kategorie: Eigene Gedichte

    Häuser aus Sand

     

    Mit der Zeit
    wird all das Gelebte aus Feuer
    zu Staub aufwirbeln
    deshalb
    lasse die Schönheit deines Lächelns
    bei mir;
    wie Kaskaden soll sie fließen
    in meinem Herzen,
    wenn du lachst

    Lasse deinen Kuss bei mir;
    wie ein Erdbeben
    soll er
    mein Herz zerrütten
    und deine Hände
    scheu wie Spatzen
    du hast sie
    in meinen gelassen

    Der Augenblick wird bluten
    Der Augenblick,
    Wenn die Zeit
    ihre Spinnennetze webt
    auf wundervolle Blicke

    Lasse die Schönheit
    deiner Wörter
    bei mir
    an deinen zitternden Lippen
    soll sich das Leben öffnen
    dein Blick
    dein Feuer
    nicht erklärbar
    deinen Regnen in Strömen
    lasse auf das Durcheinander

    Lasse das Brandmal bei mir,
    das deine zarte Seele
    auf meinen Händen ließ
    lasse sie
    an meinen Fingerspitzen

    Und doch
    wenn sich deine Augen
    schlossen,
    bei jedem Schlag deiner Wimpern
    habe ich begriffen:

    ein Leben
    ohne Leidenschaft
    wird weniger
    als eine Handvoll

    Wie ein totes Firmament
    ist die Zeit

    Alle Häuser aus Sand
    Die ganze Liebeslust eine Lüge...

     

     

    II

     

    Nach einem Verlust begreift  der Mensch

    erst was er verloren hat

    Das Lächeln aus jenen Momenten wird

    bluten und nie wieder zurückkehren

    Wo bleibt denn der Schauder von damals

    Auf die bezaubernden Blicke

    webt eine Spinne unentwegt

    sein Netz

     

    Jungrauen gab es…

    ihre Winde

    wie sanft wehendes Lüftchen

    wie strömender Regen

    war ihr Gang

    abtastend an der Zeit

    dem Tod durchreißend

    gingen sie

    dabei berührten ihre Brüste 

    die Liebe

     

    nun sind die Proviantsäcke leer

    wo wurden sie aufgebraucht

    diese tollkühnen Erschütterungen

    das Lächeln von damals

    und die Vögeln die

    der Nacht einen Sternenhimmel

    regneten

    wo sind sie jetzt?

    Wie Rosen  vom Hagel erschlagen

    wirken sie nun

     

    Große Grabmähler

    die Bordsteine für Henker

    Ohne Vergebung

    aber dennoch rissen sie

    Sie aus dem Herzen

    Nach einem Verlust weiß man,

    was man verloren hat

     

    dein Leben

    ist wie ein tollkühner Regen

    Eine Lüge

    sind alle Monarchien

    Vergänglich alle Reichtümer

    Schlösser

    nur das Empfundene

    im Herzen

    wirst du vom Leben behalten.

     

    Aus Sand sind alle Häuser

    und die Liebeslust eine Lüge

     

     

    III

     

    vergänglich ist die Lust

    doch halten sie das Herz hin

    breiten sich an den Grenzen

    eines hohlen Lebens aus

    und wachsen 

    vom Unerreichbaren

     

    und was nähren sie?

     

    Im großen Unglücksgarten des Menschen

    nimmt jede Liebe

    am Gewebe des Lebens

    anders teil

    Kein Horizont von Abenden

    wird je zurückkehren

    Wahr ist;

    ein menschliches Lied singend

    sich mit dem Mondaufgang zu vereinen

     

    die Lüste sind am Klappern

    das letzte Kapitell

    im Leben gibt es  nicht

    zu spät ist die Zeit

    aber..

    wenn das Herz

    in Adern eines dankbaren Flusses strömt

    wenn Sultane sterben

    Monarchien fort sind

    hohle Vergnügungen- prunkvolle Schlösser

    und sogar das Nichts

    zur Staube verflogen ist

    dann merkt es;

     

    Aus Sand sind alle Häuser

    Die ganze Liebeslust eine Lüge

     

     

    Die Lüste sind wie Satteln bespannt

    am Rücken des Lebens

    dich trennen von dir selbst und von anderen

    die Einsamkeit erstickt dich

    doch sind sie

    absolut vergänglich

    die verlogenen Erwartungen

     

    Wessen Blut für die Gefängnisse

    Wessen Seelen für Kriege

    Ein Übergriff auf die  Ehre

    von Ausbeutungen

    Auf Guerilla

    Dem  dienenden Knechte

    und Ausplünderungen

    doch bevor nicht 

    die Gefängnisse zusammenfallen

    die Hoffnungen einsperren

    können nicht die Ketten der Liebe

    brechen

    Steinmauer umringen

    die Flanken deines Lächelns

    wird die Erde nicht menschlicher

     

    Alle Häuser werden aus Sand

    alle Lüste eine Lüge...

     

     

    IV

     

    In der Erde der Samenkorn

    Das Wasser in der Nervatur

    der Rose

    Traurigkeit im Herzen

    und die Stunde des Seins nicht absehbar

    und bislang hast du nichts

    auf die Beine gestellt

    doch auf die zauberhaften Blicke

    webt eine Spinne ununterbrochen

    sein Netz

     

    Ducke dich nicht vor dem Tyrannen

    Dem Henker spucke ins Gesicht

    webe Licht in die Dunkelheit

    Aber frei bist du erst dann

    wenn deine Zellen

    eigenhändig errichtet

    zusammengefallen sind

    Denn was kann einer

    der die eigene Schalen

    nicht brechen kann 

    einem Anderen geben?

     

    Am Ende wird auch dein Leben enden

    Wie ein Blatt  vom Ast fallen

    Dann wird dein Leben

    Wie das Öffnen eines Briefumschlags

    von einem Liebesbrief sein

    So wirst du immer leben

     

    Adnan Durmaz

     

    Aus dem Türkischen: Deniz Ercivan

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